Lagebild / Teilentscheidung

Transformation der Gasverteilernetze und grünes Methan

Gasnetzbetreiber müssen Entkopplungs- oder Einstellungsbeschlüsse melden und Planungen vorlegen; Prüfgebiete können nur bei nachgewiesener Verfügbarkeit, Kosteneffizienz und Bezahlbarkeit von grünem Methan als geeignet eingestuft werden; Bedarfe werden an die Landesstelle gemeldet und alle fünf Jahre auf Deckung geprüft. (§ 3, 28, 33)

Vor allem Tatsachenfragen

Die meisten Streitpunkte sind Tatsachenfragen. Gutachten können einen großen Teil des Streits auflösen.

Die Landkarte

Jedes Kästchen ist eine Streitfrage. Links und oben, was sich mit Belegen klären lässt; darunter, was nur die Politik entscheiden kann; zuletzt die Instrumente, mit denen sich der Streit entschärfen lässt. Die Farbe zeigt die Diagnose.

Womit sich der Streit entschärfen lässt

Instrumente bestreiten die Maßnahme nicht, sie federn sie ab: Fristen, Ausnahmen, Grenzen. Jedes antwortet auf eine der kritischen Fragen. Wo beide Lager zustimmen, liegt ein Kompromiss nahe.

Netzbetreiber sollten von Haftungsansprüchen Dritter aus der Umsetzung des WPG freigestellt werden.

antwortet auf die Machbarkeits-Frage: Lässt sich das praktisch umsetzen?

Alle 19 Streitfragen

Geordnet nach Diagnose: zuerst, was die Politik entscheiden muss, dann was Gutachten klären können, dann die Brücken.

Soll die vorhandene Gasnetzinfrastruktur nachgenutzt oder die Erdgasversorgung eingestellt werden?

Die vorhandene Gasnetzinfrastruktur sollte nachgenutzt werden, statt die Erdgasversorgung einzustellen.

Wird ein Großteil der Gasverteilnetze bis 2045 noch gebraucht?

Ein Großteil der Gasverteilnetze wird bis 2045 nicht mehr benötigt.

Bietet der Gasnetzanschluss von Biomethan-Anlagen einen volkswirtschaftlichen Vorteil?

Der Gasnetzanschluss von Biomethan-Anlagen bietet volkswirtschaftlich mehr Flexibilität als andere Nutzungswege.

Wie wirkt sich die Stilllegung von Gasverteilnetzen auf die kommunale Wirtschaft aus?

Die Stilllegung der Gasverteilnetze belastet die wirtschaftliche Entwicklung der Kommunen.

Können Gasnetze den Ausbau des Stromverteilnetzes verringern?

Gasnetze können den Ausbaubedarf im Stromverteilnetz erheblich verringern.

Wie streng sollen die Einschränkungen für Biomethan in § 28 WPG sein?

Die Einschränkungen für Biomethan in § 28 WPG sind zu streng.

Soll § 28 WPG über grünes Methan hinaus weitere Transformationsoptionen erfassen?

§ 28 WPG sollte über grünes Methan hinaus weitere Transformationsoptionen der Gasnetze umfassen.

In welchem Gesetz sollen die Transformationspläne für Gasnetze geregelt werden?

Regelungen zu Transformationsplänen von Infrastrukturen sollten weitgehend im WPG und im EnWG stehen, nicht im GEG.

Soll die kommunale Wärmeplanung zu einer Strategie für Strom- und Gasverteilnetze ausgebaut werden?

Die kommunale Wärmeplanung sollte zu einer Energie-Verteil-Strategie weiterentwickelt werden, die Strom- und Gasverteilnetze einbezieht.

Ist die Zahl der Biomethan-Einspeisebegehren bei Gasnetzbetreibern bereits heute hoch?

Gasnetzbetreiber sehen sich schon heute mit einer hohen Zahl an Einspeisebegehren für Biomethan konfrontiert.

Steht Biomethan in ausreichender Menge für die Transformation der Gasverteilnetze zur Verfügung?

Biomethan steht nur in sehr begrenzten Mengen zur Verfügung.

Verhindert die Anschlusspflicht im EnWG derzeit die Stilllegung von Gasnetzabschnitten?

Die Anschlusspflicht im EnWG verhindert die Stilllegung von Gasnetzabschnitten, solange noch Kunden beliefert werden.

Kann die Wärmeplanung in bestehende Eigentumspositionen an Strom- und Gasnetzen eingreifen?

Die Wärmeplanung kann in bestehende Eigentumspositionen an Strom- und Gasnetzen eingreifen.

Ist die Sonderstellung von grünem Methan im Entwurf angemessen?

Die Regelung für grünes Methan im Entwurf ist positiv zu bewerten.

Werden Wasserstoffnetze und grüne Gase im Entwurf gegenüber Strom- und Wärmenetzen benachteiligt?

Der Entwurf stellt Wasserstoffnetze und grüne Gase gegenüber Strom- und Wärmenetzen schlechter.

Soll der Gasnetzgebietstransformationsplan als mögliche Unterlage ausdrücklich genannt werden?

Der Gasnetzgebietstransformationsplan sollte in der Gesetzesbegründung als mögliche vorzulegende Unterlage genannt werden.

Sollen Gasnetzbetreiber von Haftungsansprüchen Dritter aus der WPG-Umsetzung freigestellt werden?

Netzbetreiber sollten von Haftungsansprüchen Dritter aus der Umsetzung des WPG freigestellt werden.

Wie oft soll der Bedarf nach § 28 Abs. 5 WPG überprüft werden?

Die Überprüfung nach § 28 Abs. 5 WPG sollte häufiger als alle fünf Jahre erfolgen.

Was niemand gefragt hat

Erreicht ein anderes Mittel dasselbe Ziel günstiger oder schonender?

Diese kritische Frage hat in der Anhörung niemand gestellt.

Selten, aber vielleicht entscheidend: 17 Einzelforderungen

Diese Argumente gehören zu keiner Streitfrage der Karte, meist weil nur eine Organisation sie vorbringt. Sie gehen nicht verloren: Das eine Argument, das nur einmal vorkam, kann das entscheidende sein.

§ 28 Abs. 3 WPG um Fristen und Folgen der Notifizierung erweitern

Der ZDH hält es für nötig, § 28 Absatz 3 des Wärmeplanungsgesetzes so weit wie möglich um Fristen und Folgen der Notifizierung zu erweitern, weil an Gasnetze angebundene Handwerksbetriebe Versorgungssicherheit brauchen.

§ 28 WPG-E: Verhältnis grünes Methan zu Biogas/Gas im EnWG unklar

Nach Auffassung der Stellungnahme ist in § 28 des Wärmeplanungsgesetz-Entwurfs unklar, inwieweit die Definition von grünem Methan unter die Biogas-Definition (§ 3 Nr. 10 f EnWG) bzw. die Gas-Definition (§ 3 Nr. 19 a EnWG) fallen kann und welches Regulierungsregime für umgestellte Netze gilt.

100 % leistungsfähige Doppelstrukturen sind perspektivisch nicht vertretbar

Nach Ansicht der Stellungnahme lassen sich jeweils zu 100 Prozent leistungsfähige Doppelstrukturen für die Auswahl zwischen mehreren Energieträgern perspektivisch nicht mehr nach außen vertreten.

Biogenes CO2 aus Methanisierung nutzbar

Bei der Methanisierung fällt biogenes CO2 an, das im Sinne einer Kreislaufwirtschaft potenziell abgeschieden und weiterverwertet werden kann.

BNetzA-Frist zur Gasnetz-Transformation auf 1.1.2024 vorziehen

Die Frist der BNetzA zur Formulierung der Anforderungen an die Gasnetz-Transformation (§ 71k GEG, bisher Ende 2024) soll auf den 1. Januar 2024 vorgezogen werden, um Kommunen Klarheit für ihre Planung zu geben.

Frühere BNetzA-Anforderungen (§ 71k GEG) erleichtern kommunale Wärmeplanung

Der BDEW argumentiert, dass ein Vorziehen der Frist für die BNetzA-Anforderungen zur Gasnetz-Transformation (§ 71k GEG) von Ende 2024 auf den 1. Januar 2024 tausenden Kommunen eine frühere und fundiertere Wärmeplanung ermöglicht.

Geordnete Stilllegung halbiert Gasnetzkosten

Vorausschauende Planung und geordnete Stilllegung der Gasnetze können die jährlichen Gesamtkosten gegenüber Business-as-usual halbieren und zudem Fachkräfte schonen.

Keine Erfüllungsverantwortung für Gasnetz-Dekarbonisierung

Eine Erfüllungsverantwortung der Kommunen für eine etwaige Dekarbonisierung der Gasnetze wird entschieden abgelehnt.

Kosten von Stilllegung und Rückbau angemessen verteilen

Der BDEW fordert, dass die Kosten der Stilllegung und des Rückbaus von Gasleitungen angemessen verteilt werden.

Kostentragung der Kommune beim Rückbau vorab regeln

Im Vorfeld eines von der Kommune angewiesenen Rückbaus ist zu regeln, wer die Kosten auf Seiten der Kommune trägt.

Rückbaulasten der Gasnetzbetreiber regulatorisch berücksichtigen

Beim Netzbetreiber verbleibende Lasten aus dem Rückbau stillgelegter Gasleitungen sollen im Regulierungsrahmen berücksichtigt werden.

Substrateinsatz von Energiepflanzen für Biomethan ist nicht nachhaltig

Der Einsatz intensiv kultivierter Energiepflanzen wie Mais als Substrat für die Biomethanerzeugung gilt der Stellungnahme zufolge als nicht nachhaltig.

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Titel von § 28 und Abschnitt 6 sollten umbenannt werden

Der Titel von § 28 und die Bezeichnung des Abschnitts 6 („Transformation von Gasnetzen“) sind irreführend und sollten dringend durch eine andere Bezeichnung ersetzt werden.

Vorgezogene Frist überfordert die BNetzA nicht

Der BDEW meint, die Bundesnetzagentur werde durch eine frühere Frist für die Anforderungen zur Gasnetz-Transformation (§ 71k GEG) nicht überfordert, da sie sich bereits seit mehreren Jahren mit der Gastransformation befasst.

Wasserstoffunfälle werden häufiger sein als bei Erdgas

Schon bei Erdgas gibt es etwa 0,8 Unfälle pro 1000 km Leitung; wegen Diffusionsfreudigkeit und geringer Zündenergie werden Wasserstoffunfälle sicher häufiger auftreten.

WPG-Entwurf § 28 Abs. 2 und 5: Akteure nach § 7 Abs. 2 beteiligen

Die Akteure nach § 7 Abs. 2 des Wärmeplanungsgesetz-Entwurfs sollen nach Auffassung der Stellungnahme (BDEW) bei der Eignungsbestimmung für grünes Methan (§ 28 Abs. 2) und bei der Meldung des erwarteten Bedarfs (§ 28 Abs. 5) beteiligt werden, weil sie dabei einen wertvollen Beitrag leisten.

Ziel: möglichst wenige Prüfgebiete in Wärmeplänen

In den Wärmeplänen nach dem Wärmeplanungsgesetz sollten möglichst wenige Prüfgebiete ausgewiesen werden, damit Bürgerinnen und Bürger mehr Sicherheit haben.