Methode

Wie die Karte entsteht

Die Maschine zerlegt, ordnet und rechnet. Sie entscheidet keine Wertfrage. Jeder Schritt ist protokolliert und lässt sich bis zur Textstelle zurückverfolgen.

Hat die Anhörung alles gehört?

Eine Debatte ist ausgeschöpft, wenn neue Stellungnahmen keine neuen Streitfragen mehr bringen. Das Konzeptpapier nennt das Sättigung: Statt nach Kalender endet ein Verfahren, wenn nichts Neues mehr kommt. Hier jede Stellungnahme in der Reihenfolge, in der sie verarbeitet wurde (die kürzeste zuerst): wie viele Streitfragen sie berührt und wie viele davon sie als erste aufgeworfen hat.

1. Waniczek8 neu von 8
2. DVGW18 neu von 21
3. VKU22 neu von 22
4. Haus & Grund22 neu von 27
5. Deutsche Umwelthilfe33 neu von 47
6. Stadtwerke München12 neu von 19
7. ZDH18 neu von 40
8. ZIA10 neu von 29
9. Agora Energiewende14 neu von 43
10. Kommunale Spitzenverbände27 neu von 85
11. BDEW32 neu von 119

zum ersten Mal aufgeworfen schon von einer früheren Stellungnahme angesprochen

Die Anhörung war nicht gesättigt. Auch die letzte Stellungnahme (BDEW) warf noch 32 von 119 Streitfragen als erste auf. Mehr Stimmen hätten wahrscheinlich weitere Streitfragen auf die Karte gebracht; bei 11 Stellungnahmen ist das zu erwarten.

Die Schritte

Drei Arten von Arbeit, sauber getrennt: Ein Sprachmodell schreibt, Jev entscheidet, Code rechnet.

Zerlegen

Jede Stellungnahme wird in einzelne Argumente zerlegt, 1.062 insgesamt. Wo die automatische Prüfung ein Argument beanstandet, bessert eine maschinelle Redaktion nach: 488-mal geteilt, 73-mal umformuliert.

Ordnen

Jev prüft jedes Argument (Tatsache oder Wertung, welche kritische Frage), erkennt dasselbe Argument in verschiedenen Stellungnahmen, ordnet es einer Maßnahme des Gesetzentwurfs zu, findet Verbindungen zwischen Argumenten und leitet aus jedem Text ab, wie die Organisation zu jeder Streitfrage steht.

Belege prüfen

Für jede zitierte Textstelle prüft Jev, ob sie ihr Argument belegt: mit Daten und Quelle, einer Studie, einer anderen Rechtsquelle oder einem Beispiel aus der Praxis. Am Tatsachenpunkt zählt Beweiskraft, nicht Kopfzahl.

Verdichten

Je Teilentscheidung werden die Argumente zu höchstens 20 Streitfragen verdichtet, eine je Frage, um die wirklich gestritten wird. Was keiner Frage gehört, bleibt als Einzelforderung sichtbar.

Rechnen

Aus den Stimmen bilden sich die Lager (das Verfahren von Polis). Die Diagnose jeder Streitfrage folgt aus festen Schwellen: Brücke, wenn beide Lager mehrheitlich zustimmen; Tatsachen-, Wert- oder Gestaltungsstreit, wenn sie auseinanderliegen.

Formulieren

Der Befund jeder Streitfrage wird ausformuliert. Das Sprachmodell darf das gerechnete Ergebnis nicht ändern, nicht abschwächen und nicht umdrehen. Ob eine Brücke trägt, prüft es an den Begründungen beider Seiten.

Alle Schritte im Detail, mit den Prompts und Jev-Fragen im Wortlaut

Was dieser Prototyp noch nicht kann

Die Stimmen sind aus den Stellungnahmen abgeleitet, nicht abgegeben. Im echten Verfahren stimmen die Beteiligten selbst ab; die Ableitung ergänzt das nur.

Eine menschliche Redaktion fehlt noch. Im Konzept prüft ein Mensch jede neue Streitfrage vor der Veröffentlichung; hier hat die maschinelle Redaktion allein gearbeitet.

Ob eine Textstelle Belege nennt, prüft Jev nur am Zitat selbst: Daten mit Quelle, Studien, andere Rechtsquellen, Beispiele aus der Praxis. Ob der Beleg stimmt, prüft niemand; das bleibt Aufgabe der Gutachter.