Lagebild / Teilentscheidung

Das Vorhaben als Ganzes

Streit um Fakten und Werte

Die Lager streiten über Tatsachen und über Wertungen zugleich. Erst die Tatsachen klären, dann liegt der politische Kern frei.

Die Landkarte

Jedes Kästchen ist eine Streitfrage. Links und oben, was sich mit Belegen klären lässt; darunter, was nur die Politik entscheiden kann; zuletzt die Instrumente, mit denen sich der Streit entschärfen lässt. Die Farbe zeigt die Diagnose.

Womit sich der Streit entschärfen lässt

Instrumente bestreiten die Maßnahme nicht, sie federn sie ab: Fristen, Ausnahmen, Grenzen. Jedes antwortet auf eine der kritischen Fragen. Wo beide Lager zustimmen, liegt ein Kompromiss nahe.

Alle 20 Streitfragen

Geordnet nach Diagnose: zuerst, was die Politik entscheiden muss, dann was Gutachten klären können, dann die Brücken.

Wie stark soll bei der Wärmeplanung Kosteneffizienz gegenüber Energieeffizienz und Treibhausgasminderung zählen?

Bei der Wärmeplanung sollen Energieeffizienz und Treibhausgasminderung höher gewichtet werden als Kosteneffizienz.

Bevorzugt das Wärmeplanungsgesetz Strom und Wärmenetze gegenüber anderen Technologien zu stark?

Das Wärmeplanungsgesetz bevorzugt Strom und Wärmenetze zu stark gegenüber anderen Technologien.

Ist der Entwurf des Wärmeplanungsgesetzes insgesamt zu begrüßen?

Der Entwurf des Wärmeplanungsgesetzes ist als Rahmen für die Wärmewende zu begrüßen.

Soll die Wärmeplanung auch Wege vorsehen, die nur über Pflichten und Verbote umsetzbar sind?

Die Wärmeplanung soll keine Wege verfolgen, die nur über Pflichten und Verbote umsetzbar sind.

Ist die hohe Gewichtung von Wasserstoffnetzen und grünen Gasen im Gesetzentwurf richtig?

Es ist richtig, dass der Gesetzentwurf Wasserstoffnetzen und grünen Gasen eine hohe Bedeutung beimisst.

Wird Wasserstoff in allen Szenarien indirekt Teil der Wärmeversorgung sein?

Wasserstoff wird in allen Szenarien indirekt Teil der Wärmeversorgung sein.

Reichen nachhaltige Biomasse und grüner Wasserstoff für eine breite Wärmeversorgung aus?

Nachhaltige Biomasse und grüner Wasserstoff stehen nur sehr eingeschränkt zur Verfügung.

Wie groß ist der Einfluss der Kommunen auf die Transformation von Bestandsgebäuden?

Der Einfluss der Gemeinden auf die Transformation von Bestandsgebäuden ist gering.

Schwächen die Ausnahmeregelungen im Entwurf die Vorgaben so stark, dass die Klimaziele gefährdet sind?

Die Ausnahmeregelungen im Wärmeplanungsgesetz-Entwurf schwächen die Vorgaben so stark, dass die Klimaziele gefährdet sind.

Braucht das Wärmeplanungsgesetz verbindliche Zwischenziele mit Monitoring?

Das Wärmeplanungsgesetz soll verbindliche Zwischenziele mit einem Monitoring-Mechanismus enthalten.

Sind Wärmenetze von sich aus auf eine klimaneutrale Versorgung ausgerichtet?

Wärmenetze sind nicht von sich aus auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung ausgerichtet.

Hilft die kommunale Wärmeplanung, Infrastrukturlücken zu vermeiden?

Die kommunale Wärmeplanung vermeidet Infrastrukturlücken bei der klimaneutralen Wärmeversorgung.

Ist der Abbau von Bürokratie und die Vereinfachung von Verfahren Voraussetzung für den Ausbau von Wärmenetzen und erneuerbarer Wärme?

Der Abbau von Bürokratie und die Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sind wesentliche Voraussetzungen für den Ausbau von Wärmenetzen und erneuerbarer Wärme.

Soll das Wärmeplanungsgesetz alle Energieinfrastrukturen integriert betrachten?

Das Wärmeplanungsgesetz soll eine integrierte Planung aller Energieinfrastrukturen (Strom, Wärme, Gas) verankern.

Sind Wärmenetze wegen der Transportkosten von Wärme in ihrem Umfang stark begrenzt?

Wegen der hohen Transportkosten von Wärme sind Wärmenetze in ihrem Umfang stark begrenzt.

Sind die im Entwurf veranschlagten Kosten der Wärmeplanung realistisch?

Der Gesetzentwurf setzt die Kosten der Wärmeplanung zu niedrig an.

Selten, aber vielleicht entscheidend: 35 Einzelforderungen

Diese Argumente gehören zu keiner Streitfrage der Karte, meist weil nur eine Organisation sie vorbringt. Sie gehen nicht verloren: Das eine Argument, das nur einmal vorkam, kann das entscheidende sein. 2 davon lehnen andere Organisationen ausdrücklich ab; sie stehen oben.

Kommunale Wärmeplanung kann Bürger vor hohen Heizkosten schützen

Die Kommunale Wärmeplanung bietet Kommunen nach Auffassung der Stellungnahme die Chance, Bürgerinnen und Bürger durch vorausschauendes Planen vor hohen Heizkosten und unerwarteten Preissteigerungen zu schützen.

Umsetzung von Fernwärmeprojekten dauert oft über 10 Jahre

Die Umsetzungszeiträume für Fernwärmeausbau sind oft sehr langwierig und können mehr als 10 Jahre betragen.

Fossile Energie in der Wärme reduzieren und auf eigene Ressourcen setzen

Der Einsatz fossiler Energie in der Wärmeversorgung soll reduziert und, wo immer möglich, auf eigene Ressourcen gesetzt werden.

Regierungsentwurf lässt Unklarheiten für Gebäudeeigentümer bestehen

Nach Darstellung der Stellungnahme bestehen im Regierungsentwurf zum Wärmeplanungsgesetz für Gebäudeeigentümer weiterhin Unklarheiten.

Entwurf unterstellt, Realität folge ambitionierten Zielen

Der Verfasser der Stellungnahme meint, der Entwurf des Wärmeplanungsgesetzes gehe davon aus, dass sich die Realität nach ambitionierten Zielen richte, sobald diese formuliert sind.

Schneller, massiver Ausbau erneuerbarer Wärme nötig

Erneuerbare und klimaneutrale Energien in der Wärmeversorgung müssen schnell und massiv ausgebaut werden, um von Kohle-, Gas- und Ölimporten unabhängig zu werden.

Zügige Emissionsminderungen im Gebäudesektor sind besonders relevant

Weil es auf die insgesamt ausgestoßene CO2-Menge ankommt, sollten Emissionen im Gebäudesektor zügig gemindert werden.

Gebäudeemissionen müssen unverzüglich und konsequent sinken

Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, müssen die Emissionen unverzüglich und konsequent gesenkt werden.

Versorgungssicherheit als Maßstab für alle Regelungen

Alle Regelungsvorschläge zur Dekarbonisierung der Wärme sind neben Klimaschutzzielen und Wirtschaftlichkeit stets auch an den Erfordernissen der Versorgungssicherheit zu messen.

Wärmenetz-Transformation und -Neubau erfordern erhebliche Investitionen

Laut BDEW erfordern die Transformation bestehender und der Neubau klimaneutraler Wärmenetze erhebliche Investitionen.

Begriffe des Entwurfs bleiben unpräzise

Begriffe wie „beplantes Teilgebiet“, „planungsverantwortliche Stelle“, „Wärmeplanung“ und „Wärmeversorgungsgebiet“ wurden nicht inhaltlich präzisiert, die Unklarheiten des Referentenentwurfs bestehen fort.

Begriffe und Definitionen in energierechtlichen Regelungen angleichen

Die Stellungnahme fordert, dass bei Begriffen und Definitionen in den energierechtlichen Regelungen (Wärmeplanungsgesetz-Entwurf und EnWG) dringend auf Gleichlauf geachtet wird, um Rechtssicherheit zu schaffen und die Rechtsanwendung zu erleichtern.

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Kostenfolgen für Bürger im WPG-Entwurf transparent darstellen

Die Kostenfolgen des Wärmeplanungsgesetzes für Bürgerinnen und Bürger sollen transparent dargestellt werden.

Umstellung der Wärmenetze auf Erneuerbare verläuft zu langsam

Die Umstellung der Wärmenetze auf erneuerbare Technologien erfolgt derzeit schleppend und nicht im Einklang mit den Zielen der Bundesregierung.

WPG-Entwurf ist hoch komplex mit vielen Folgewirkungen in anderen Bereichen

Der BDEW stellt fest, dass der Gesetzentwurf zur Wärmeplanung an vielen Stellen hoch komplex ist und zahlreiche Folgewirkungen in anderen Regelungsbereichen hat.

Bundesweites Mittel reicht für Dekarbonisierung bis 2045 nicht

Ein bundesweites Mittel als Ziel ist nicht ausreichend, um die vollständige Dekarbonisierung bis 2045 sicherzustellen.

Ausführliche parlamentarische Beratung des WPG ist zwingend notwendig

Der BDEW hält eine ausführliche Beratung der Gesetzentwürfe zur Wärmeplanung im parlamentarischen Prozess für zwingend notwendig, weil die Wärmewende nur mit breiter Zustimmung gelingen könne.

Entwurf nennt keine Kostenfolgen für Bürger, nur indirekten Erfüllungsaufwand

Der Entwurf des Wärmeplanungsgesetzes weist für Bürgerinnen und Bürger auf den indirekten Erfüllungsaufwand hin, benennt aber keine Kostenfolgen.

Geothermie kann großen Beitrag zur Wärmewende leisten

Geothermie kann nach Ansicht des BDEW einen großen Beitrag zur Wärmewende leisten.

Monopolstellungen im Wärmemarkt möglichst ausschließen

Im Wärmemarkt sollten nach Ansicht der Stellungnahme Monopolstellungen möglichst ausgeschlossen werden.

Schnelle THG-Reduktion verhindert Kippunkte

Nur eine starke Reduktion der Treibhausgasemissionen innerhalb weniger Jahre verhindert das Überschreiten von Kippunkten im Klimasystem.

Stadtwerke spielen Schlüsselrolle bei der Wärmewende

Kommunale Unternehmen betreiben Strom-, Gas- und Wärmeinfrastrukturen mit hohen Marktanteilen und spielen deshalb eine Schlüsselrolle für die Energiewende im Gebäudesektor.

Ukraine-Krieg verschärft Lage bei Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit

Nach Darstellung der Stellungnahme hat der russische Angriffskrieg auf die Ukraine die Lage der Energieversorgung verschärft, sodass Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit stärker ins Gewicht fallen.

Versorgungssicherheit der Wärmewende stützt die Akzeptanz in der Bevölkerung

Der BDEW führt an, dass bei der Dekarbonisierung der Wärme der Erhalt und die Förderung der Akzeptanz in der Bevölkerung mit der Versorgungssicherheit zusammenhängen.

Wärmeplanung für Industrie und Mittelstand relevant

Die kommunale Wärmeplanung legt auch die Grundlage für klimaneutrale Prozesswärme in mittelständischen Betrieben.

Wärmewende ist Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende

Die Wärmewende, also die Energiewende im Wärmebereich, ist laut der Stellungnahme die Voraussetzung dafür, dass die Energiewende als Ganzes gelingt.

Alle Gebäude bis 2045 erneuerbar, 19 Mio. Wärmeerzeuger zu tauschen

Bis spätestens 2045 müssen alle Gebäude erneuerbar versorgt werden, was den Austausch von rund 19 Millionen fossilen Wärmeerzeugern und Infrastrukturumbau bedeutet.

Begriffe mit GEG abgleichen

Sämtliche Begriffsbestimmungen in § 3 sollten mit den Formulierungen im GEG abgeglichen werden.

Gasnetzbetrieb kostet jährlich knapp 10 Mrd. € bei ca. 60 Mrd. € Wert

Einem Infrastrukturwert der Gasnetze von maximal rund 60 Mrd. Euro stehen jährliche, von den Netznutzern zu tragende Kosten von knapp 10 Mrd. Euro gegenüber.

Gebäudesektor verfehlte 2022 zum dritten Mal in Folge die Sektorziele

Der Gebäudesektor hat 2022 zum dritten Mal in Folge die Sektorziele im Klimaschutzgesetz verfehlt; die Emissionen lagen 2022 bei rund 112 Mio. t CO₂-Äquivalenten und müssen bis 2030 auf 67 Mio. t sinken.

Klimaneutralität bis 2045 erst nach 2030 spürbar

Die positiven Wirkungen der wesentlichen Maßnahmen zur vollständigen Klimaneutralität bis 2045 zeigen sich insbesondere in Großstädten erst nach 2030.

Möglicher Eingriff in Berufsfreiheit (Art. 12 GG)

Es ist fraglich, ob die über EU-Richtlinien und Klimaschutzgesetz hinausgehenden Vorgaben einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Berufsfreiheit der Wärmenetzbetreiber darstellen.

Über die Hälfte der Energie in Deutschland dient der Wärmebereitstellung

Mehr als die Hälfte der in Deutschland genutzten Energie wird für Heizen und für Wärme und Kälte in Gewerbe und Industrie verwendet.

Versorgungssicherheit ist ein Standortvorteil für die deutsche Volkswirtschaft

Der BDEW hält die Versorgungssicherheit für einen wichtigen Standortvorteil der deutschen Volkswirtschaft.

Wirtschaftlich nutzbare Industrieabwärme ist weitgehend schon erschlossen

Die Industrie nutzt Abwärme dort, wo es wirtschaftlich ist, bereits seit langem; das verbleibende wirtschaftlich nutzbare Potenzial ist gering.