Methode

Wie die Karte entsteht

Die Maschine zerlegt, ordnet und rechnet. Sie entscheidet keine Wertfrage. Jeder Schritt ist protokolliert und lässt sich bis zur Textstelle zurückverfolgen.

Hat die Konsultation alles gehört?

Eine Debatte ist ausgeschöpft, wenn neue Stellungnahmen keine neuen Streitfragen mehr bringen. Das Konzeptpapier nennt das Sättigung: Statt nach Kalender endet ein Verfahren, wenn nichts Neues mehr kommt. Die Kurve zeigt, wie viele der 256 Streitfragen nach einer bestimmten Zahl von Stellungnahmen bekannt sind, die Stellungnahmen in zufälliger Reihenfolge gelesen. Flacht sie ab, kommt nichts Neues mehr.

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Nach 190 von 487 Stellungnahmen waren neun von zehn Streitfragen bekannt. Das letzte Viertel der Stellungnahmen brachte nur noch 4 neue Streitfragen: Die Debatte wirkt ausgeschöpft.

Die Schritte

Drei Arten von Arbeit, sauber getrennt: Ein Sprachmodell schreibt, Jev entscheidet, Code rechnet.

Zerlegen

Jede Stellungnahme wird in einzelne Argumente zerlegt, 11.453 insgesamt. Wo die automatische Prüfung ein Argument beanstandet, bessert eine maschinelle Redaktion nach: 4655-mal geteilt, 1122-mal umformuliert.

Noch nicht zerlegt sind 117 kurze Stellungnahmen, meist von Privatpersonen: Im Prototyp reichte das Rechenkontingent nicht für alle. Ihre Argumente fehlen auf der Karte; wie sie zu den Streitfragen stehen, ist trotzdem aus ihrem Text abgeleitet.

Ordnen

Jev prüft jedes Argument (Tatsache oder Wertung, welche kritische Frage), erkennt dasselbe Argument in verschiedenen Stellungnahmen, ordnet es einem Handlungsfeld des Strategieentwurfs zu, findet Verbindungen zwischen Argumenten und leitet aus jedem Text ab, wie die Organisation zu jeder Streitfrage steht.

Belege prüfen

Für jede zitierte Textstelle prüft Jev, ob sie ihr Argument belegt: mit Daten und Quelle, einer Studie, einer anderen Rechtsquelle oder einem Beispiel aus der Praxis. Am Tatsachenpunkt zählt Beweiskraft, nicht Kopfzahl.

Verdichten

Je Teilentscheidung werden die Argumente zu höchstens 20 Streitfragen verdichtet, eine je Frage, um die wirklich gestritten wird. Was keiner Frage gehört, bleibt als Einzelforderung sichtbar.

Rechnen

Aus den Stimmen bilden sich die Lager (das Verfahren von Polis). Die Diagnose jeder Streitfrage folgt aus festen Schwellen: Brücke, wenn beide Lager mehrheitlich zustimmen; Tatsachen-, Wert- oder Gestaltungsstreit, wenn sie auseinanderliegen.

Formulieren

Der Befund jeder Streitfrage wird ausformuliert. Das Sprachmodell darf das gerechnete Ergebnis nicht ändern, nicht abschwächen und nicht umdrehen. Ob eine Brücke trägt, prüft es an den Begründungen beider Seiten.

Alle Schritte im Detail, mit den Prompts und Jev-Fragen im Wortlaut

Was dieser Prototyp noch nicht kann

Die Stimmen sind aus den Stellungnahmen abgeleitet, nicht abgegeben. Im echten Verfahren stimmen die Beteiligten selbst ab; die Ableitung ergänzt das nur.

Eine menschliche Redaktion fehlt noch. Im Konzept prüft ein Mensch jede neue Streitfrage vor der Veröffentlichung; hier hat die maschinelle Redaktion allein gearbeitet.

Ob eine Textstelle Belege nennt, prüft Jev nur am Zitat selbst: Daten mit Quelle, Studien, andere Rechtsquellen, Beispiele aus der Praxis. Ob der Beleg stimmt, prüft niemand; das bleibt Aufgabe der Gutachter.