Lagebild / Teilentscheidung

Europapolitische Instrumente nutzen

Der PV-Ausbau soll über EU-Solarstrategie, Fit-for-55 (RED-II-Revision, EPBD), REPowerEU und die EU-Notfallverordnung zur Genehmigungsbeschleunigung vorangetrieben werden; geprüft wird, ob Erleichterungen bei UVP und Artenschutzprüfung verstetigt werden können.

Scheinfaktenstreit

Die Lager teilen die Werte. Strittig sind Tatsachen. Das ist der günstigste Konflikt: Ein Gutachten kann ihn auflösen.

Die Landkarte

Jedes Kästchen ist eine Streitfrage. Links und oben, was sich mit Belegen klären lässt; darunter, was nur die Politik entscheiden kann; zuletzt die Instrumente, mit denen sich der Streit entschärfen lässt. Die Farbe zeigt die Diagnose.

Womit sich der Streit entschärfen lässt

Instrumente bestreiten die Maßnahme nicht, sie federn sie ab: Fristen, Ausnahmen, Grenzen. Jedes antwortet auf eine der kritischen Fragen. Wo beide Lager zustimmen, liegt ein Kompromiss nahe.

Alle 19 Streitfragen

Geordnet nach Diagnose: zuerst, was die Politik entscheiden muss, dann was Gutachten klären können, dann die Brücken.

Schreibt das EU-Recht die Umsetzung von Energy Sharing in Deutschland vor?

EU-Recht schreibt die Umsetzung von Energy Sharing in Deutschland vor.

Soll der PV-Ausbau mit europapolitischen Instrumenten vorangetrieben werden?

Der PV-Ausbau sollte mit europapolitischen Instrumenten vorangetrieben werden.

Soll Deutschland die EU-Vorgaben zum Energy Sharing (RED II) umsetzen?

Die EU-Vorgaben zum Energy Sharing (RED II) sollten in Deutschland umgesetzt werden.

Wie zügig und wie weitgehend soll Deutschland EU-Vorgaben zum PV-Ausbau national umsetzen?

EU-Vorgaben zum PV-Ausbau sollten umgehend und ambitioniert national umgesetzt werden.

Wie stark soll der Ausbau von PV gegenüber Natur- und Artenschutz Vorrang erhalten?

Bundesgesetzliche Konflikte zwischen Natur- und Artenschutz und Klimaschutz sollten abgebaut werden.

Sollen die Erleichterungen der EU-Notfallverordnung über 2024 hinaus fortgeführt werden?

Die Erleichterungen der EU-Notfallverordnung sollten über 2024 hinaus verstetigt werden.

Soll sich Deutschland auf EU-Ebene für höhere Ausbauziele bei Erneuerbaren einsetzen?

Deutschland sollte sich auf EU-Ebene für ein höheres Erneuerbaren-Ziel einsetzen.

Soll die europäische Solardach-Initiative zügig umgesetzt werden?

Die europäische Solardach-Initiative sollte zügig umgesetzt werden.

Sollen die Genehmigungserleichterungen der EU-Notfallverordnung konsequent angewendet werden?

Die europarechtlichen Genehmigungserleichterungen der EU-Notfallverordnung sollten konsequent angewendet werden.

Soll die Umweltverträglichkeitsprüfung für Freiflächen-PV vereinfacht oder gestrichen werden?

Die Umweltverträglichkeitsprüfung für Freiflächen-PV sollte vereinfacht oder entfallen.

Sollen die Artenschutz-Erleichterungen für Windenergie auch für Solaranlagen gelten?

Die artenschutzrechtlichen Erleichterungen, die für Windenergie gelten, sollten auch für Solaranlagen gelten.

Sollen Leitfäden die Anwendung neuer EU-Regelungen erleichtern?

Für die Anwendung neuer EU-Regelungen sollten gut verständliche Leitfäden erarbeitet werden.

Gehen die Hemmnisse bei PV-Genehmigungen überwiegend auf EU-Recht zurück?

Die Hemmnisse bei PV-Genehmigungsverfahren gehen überwiegend auf EU-rechtliche Vorgaben zurück.

Kennen die Vollzugsbehörden neue EU-Vorgaben ausreichend?

Den Vollzugsbehörden sind neue EU-Vorgaben oft nur unzureichend bekannt.

Soll bei PV-Flächen eine Eignungsprüfung die Prüfung von Standortalternativen ersetzen?

Naturschutzrechtlich sollte eine Eignungsprüfung der vorgeschlagenen Fläche statt einer Prüfung von Standortalternativen genügen.

Selten, aber vielleicht entscheidend: 9 Einzelforderungen

Diese Argumente gehören zu keiner Streitfrage der Karte, meist weil nur eine Organisation sie vorbringt. Sie gehen nicht verloren: Das eine Argument, das nur einmal vorkam, kann das entscheidende sein.

Ausgleichsregeln für Eingriffe sind veraltet

Die Regeln zum Ausgleich von Eingriffen in die Natur sind nicht auf Klimawandel und Energiewende ausgelegt, etwa die bayerische Kompensationsverordnung von 2013.

Rechtsunsicherheit im Artenschutz bei Wirtschaft und Behörden

Sowohl Projektentwickler als auch Genehmigungsbehörden sind bei den komplexen artenschutzrechtlichen Vorgaben häufig unsicher.

Aufgaben aus RED II/EU-Notfallverordnung nur mit Mitteln an Kreise geben

Die Weiterleitung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben aus Instrumenten wie der RED-II-Richtlinie und der EU-Notfallverordnung bis auf Kreisebene ist laut der Stellungnahme kritisch zu bewerten, wenn nicht zugleich Mittel für Personal, Planungen und Gutachten bereitgestellt werden.

Keine Abwerbestrategie gegenüber EU-Staaten

Eine Abwerbestrategie gegenüber anderen europäischen Staaten sollte vermieden werden.

Präklusion verspäteter Einwendungen von Fachbehörden

Zu beteiligende Fachbehörden sollen eine angemessene Stellungnahmefrist erhalten; danach eingehende Einwendungen sollen, soweit europarechtlich zulässig, präkludiert sein.

Strom- und Wasserstofferzeugung in Südosteuropa rechtfertigt den Aufwand

Strom- und später Wasserstofferzeugung bieten den Ländern Südosteuropas großes wirtschaftliches Aufschwungspotenzial, was den Aufwand für PV- und Netzausbau dort rechtfertige.

Andere EU-Staaten setzen Bauprodukteverordnung anders um

Die der Größenbegrenzung zugrunde liegende EU-Bauprodukteverordnung wurde in anderen EU-Mitgliedstaaten anders umgesetzt.

Doppelte Netzentgelte bei Speichern widersprechen EU-Recht

Ein nationales Entgeltgefüge, das Netzentgelte sowohl beim Strombezug zur Einspeicherung als auch beim Letztverbrauch erhebt, würde den Vorgaben der EU-Binnenmarktrichtlinie und -verordnung nicht entsprechen.

Umweltbehörden setzen sich nicht mit tatsächlicher Betroffenheit auseinander

Nach Darstellung der Stellungnahme von ib vogt GmbH findet bei den zuständigen oberen und unteren Umweltbehörden keine Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Betroffenheiten von Schutzgebieten statt.